Menschen und Geschichten

 

„Wir sind stolz auf unsere Ursprünge“

Freisinger Bank feiert 125-jähriges Bestehen mit Samba und Jazz

Geboren wurde dieses Kreditinstitut aus der Not heraus. 125 Jahre später steht die Freisinger Bank so gut wie nie da. Grund genug, ein großes Jubiläum zu feiern.


Diese Männer waren Pioniere: 15 Bauern gründeten 1894 die Spar- und Darlehenskasse Wolfersdorf. Damals zwang Armut die Landbevölkerung zum Handeln. 125 Jahre später steht die Freisinger Bank, die aus der Wolfersdorfer Keimzelle entstanden ist, so gut wie nie da. 14 000 Mitglieder und 41 000 Kunden vertrauen dem Kreditinstitut, das vergangenes Jahr eine Schallmauer durchbrochen hat: Erstmals wies die Bank eine Bilanzsumme von mehr als eine Milliarde Euro aus. Grund genug, das Jubiläum groß zu feiern.


„Aus Tradition Zukunft gestalten“ lautet das Motto der 125-Jahr-Feier, aus deren Anlass die Freisinger Bank am 13. Februar 2019 zum Pressegespräch geladen hatte. „Solidarität, Vertrauen und Selbstverantwortung – diese Werte, die damals zur Gründung der Bank geführt haben, sind auch heute noch Teil unserer DNA“, betont Vorstandsvorsitzender Reinhard Schwaiger. „Wir sind stolz auf unsere Ursprünge.“


Missernten und Preisverfall hatten die Bauern damals in Nöte gestürzt und den Solidargedanken hervorgebracht, den Friedrich Wilhelm Raiffeisen, der Erfinder der Raiffeisenbanken, bereits 1843 formuliert hatte: „Was dem Einzelnen nicht möglich ist, das vermögen viele.“ Dennoch, hebt Schwaiger hervor, habe es Mut erfordert, so eine Genossenschaft zu gründen. „Schließlich mussten die Landwirte in ihrer misslichen Lage bereit sein, Geld herzugeben. Und zugleich war die Selbstverwaltung ja auch mit mehr Arbeit verbunden.“ Insofern ist es nicht verwunderlich, dass mit Pfarrer Joseph Kaltenhauser ein Geistlicher den Darlehenskassen-Verein Wolfersdorf gründete. „Es musste jemand sein, der den sozialen Gedanken lebt und das Vertrauen der Bevölkerung hat“, erklärt Schwaiger. Prokuristin Andrea Stommel fügt hinzu: „Natürlich musste derjenige auch lesen, schreiben und rechnen können.“


Mit ihrer Ursprungsidee sind die Raiffeisenbanken bis heute gut gefahren, obwohl oder gerade weil das oberste Ziel immer noch die Förderung der Mitglieder ist und nicht etwa Gewinnmaximierung. „Um die Jahrtausendwende sind wir infrage gestellt worden“, erinnert sich Vorstand Karl Niedermaier. Damals war das Vertrauen in die Geldmärkte grenzenlos. „Da hieß es: Braucht es die noch?“ Heute sind die Genossenschaften Weltkulturerbe.


Eine große Rolle hat dabei die Finanzkrise 2008 gespielt. „Da hat sich gezeigt, wie wichtig Vertrauen und regionale Nähe für eine Bank sind“, sagt Niedermeier. „Wie wichtig es ist, dass wir das Geld in der Region lassen.“ Kein einziger Raiffeisen-Kunde hätte während der Finanzkrise auch nur einen Euro verloren. Mehr noch: „Seit 1934 hat kein Mitglied in der Raiffeisenbank Geld verloren“, sagt Stommel. Noch nie ging eine Volks- oder Raiffeisenbank in Deutschland pleite. Entsprechend stolz sind die Vorstände auf das Sicherungssystem der Genossenschaft, in das die Freisinger Bank jährlich sechsstellige Beträge einzahlt.


Nichts also trübt das Jubiläum, für das sich die Bank einiges einfallen lassen hat. Am 14. März fand ein Festakt mit Geladenen statt. Die Bevölkerung war willkommen, als am 7. April ein Konzert mit dem Musikverein 3klang im Hauptgebäude in Freising stattfand. Am 28. Juni steigt eine Lateinamerikanische Nacht mit Cocktailbar. Dafür öffnet die Bank die Türen zu ihrer illustren Dachterrasse mit herrlichem Blick über die Stadt. Mit dem Konzert „Merry Jazzmas“ klingt das Jubiläum im Dezember aus. „Auf diesem Weg wollen wir unseren Kunden und Mitgliedern, Mitarbeitern und allen Freisingern Danke sagen“, betont Stommel. Ein Gewinn wäre es für Schwaiger, wenn dadurch auch die Bekanntheit der Bank nochmal steigen würde. „Frei nach Raiffeisen – was einer Veranstaltung nicht möglich ist, vermögen viele.“ 

Interview mit Herrn Klingeberger

Für die Freisinger Bank ist die neue Filiale in Allershausen ein Quantensprung: Nicht nur, weil sich die Kapazitäten von ehemals 150 auf 318 Quadratmetern mehr als verdoppelt haben, wie Beratungscenter-Leiter Oliver Klingeberger (50) feststellt. Das neue Ambiente macht den Bankbesuch zu einem beeindruckenden Erlebnis.

Herr Klingeberger, wie fühlt es sich an, in der neuen Filiale zu arbeiten?

Es ist ein Mega-Gefühl, in diesen komplett neu gestalteten Räumen zu arbeiten. Die offene Bauweise sorgt sofort für gute Laune. Ich bin jeden Tag aufs neue froh, hier arbeiten zu dürfen.


Was ist neu?

Wir haben ein völlig anderes Raumkonzept. Früher saßen die Berater in Einzelbüros, in denen sie auch ihre Kundenberatungen durchgeführt haben. Jetzt haben wir drei Gemeinschaftsbüros und gehen für die Beratung in eines unserer fünf Themenzimmer: Business-Zimmer, Verbundzimmer, Landwirtschaftszimmer, Jugendzimmer und Wasserzimmer.


Was hat es damit auf sich?

Wir machen damit unsere Heimatverbundenheit deutlich. Das bläulich schimmernde Wasserzimmer etwa steht für Amper, Glonn und Mühlbach, die durch Allershausen fließen und auch im Gemeindewappen verankert sind. Das Jugendzimmer sollte peppig sein und ist mit Graffiti gestaltet. Das Landwirtschaftszimmer ist unser Bekenntnis zum ländlichen Raum – der Lampenschirm etwa ist aus echtem Heu gefertigt.


Welche Service-Leistungen bieten Sie an?

Alles, was eine Bank bieten kann. Vom Vermögensberater, über Baufinanzierungsspezialisten und Versicherungsexperten bis zu Mittelstands- und Gewerbekundenbetreuer haben wir alles im Haus.


Auf was kann sich der Kunde noch freuen?

Auf den Eingangsbereich, in dem sich sämtliche SB-Geräte wie Kontoauszugsdrucker, Geldautomat und Ein- und Auszahlautomaten befinden. Der Kunde wird hier von einem großen Bild mit Hintergrundbeleuchtung empfangen. Derzeit ist darauf das Schloss Hohenkammer zu sehen. Im Innenbereich lädt unsere Kaffeebar zum Verweilen ein. Der Schalter ist offen gestaltet, für diskrete Gespräche schließt sich aber per Knopfdruck eine Glastür um den Beratungsplatz. Und auf Höhe des Wartebereichs ist auch eine Präsentationsfläche eingerichtet worden. In den Vitrinen können Firmenkunden ihre Waren präsentieren. Selbst Nichtkunden besuchen uns, weil sie von der neuen Filiale angelockt werden.

125 Jahre Freisinger Bank


Kontakt

Ihre Ansprechpartner in unseren Beratungscentern und deren Standorten finden Sie hier



Freisinger Bank eG Volksbank-Raiffeisenbank 

Hauptfiliale

Münchner Str. 2

85354 Freising

Telefon: 08161 / 1890

www.fs-bank.de